Assistenzhundeprüfungen sind in Österreich seit 2015 gesetzlich vorgeschrieben, geregelt und zertifiziert.

In Österreich wurde 2015 das Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni Vienna vom Sozialministerium mit der Durchführung der Assistenzhundeprüfung beauftragt.

Assistenzhunde inAT

TQ-Hundetrainer

Therapiebegleithunde

Ein Assistenzhund ist ein Hund, der einen Menschen mit Behinderung unterstützt. Gesetzlich sind in Österreich alle Assistenzhunde seit dem 01.01.2015 im §39a des Bundesbehindertengesetzes (Link zu §39a Bundesbehindertengesetz) geregelt. Eine zusätzliche Richtlinie des Bundesministers für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (Link zur Richtlinie des Bundesministers für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz) führt die näheren Bestimmungen dieses Gesetzes aus.
Assistenzhund ist nicht gleich Assistenzhund. Allgemein unterscheidet man drei Hauptkategorien:

1)Blindenführhunde
Sie werden zur Unterstützung blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen eingesetzt.

2)Servicehunde
Sie werden zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung im Bereich der Mobilität eingesetzt.

3)Signalhunde
Sie werden zur Unterstützung von Menschen mit Hörbehinderung und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Epilepsie, Diabetes und neurologischen Erkrankungen eingesetzt.

Aufgepasst Therapie- und Begleithunde sind KEINE Assistenzhunde, unterliegen daher anderen gesetzlichen Vorschriften und haben NICHT die selben Rechte wie Assistenzhunde!
Bei Blindenführhunden ist die Antwort auf diese Frage bereits ganz klar im Namen selbst. Blinden-führ-hunde. Ihr Aufgabe ist es die Augen blinder Menschen zu ersetzen und sie durch den Alltag durchzuführen. Hierfür kann sich die blinde Person an einem am Hund angebrachten Geschier anhalten während der Hund den Weg anzeigt und auf mögliche Gefahren ausmerksam macht.

Servicehunde helfen Menschen welche in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Ein Servicehund kann zum Beispiel einem im Rollstuhlsitzenden Dinge reichen, welcher die Person selbst nicht erreichen könnte. Solche Hunde können auch oft Türen, Schubladen, Schränke öffnen bzw. schließen, Schalter betätigen oder eine Unterstützung bei der Fortbewegung sein.

Signalhunde sollen meistens die erkrankte Person auf etwas aufmerksam machen. So können diese Hunde einen Tauben auf eine Gefahr aufmerksam machen, die der Betroffene nicht hören und damit nicht wahrnehmen würde. Diabetikern zeigen Signalhunde eine Über- oder Unterzuckerung an und bringen wenn erfordelich ebenfalls die notwendige Insulinspritze. Signalhunde können aber auch Eptileptiker darauf hinweisen, dass diese gleich eine Attacke haben werden, damit diese sich noch rechtzeitig in eine sichere Position begeben können, in denen die Wahrscheinlichkeit auf eine Verletzung geringer ist. Auch für psychologische Erkrankungen wie die Posttraumatischebelastungsstörung (PTBS) können Signalhunde eine große Hilfe sein. PTBS-Assistenzhunde zeigen dem Betroffenen nicht nur auf, dass dieser kurz vor einer Panikattacke steht sondern können diesen dann auch aus diesen wieder heraus holen und öfters eine solchige Attacke auch verhindern. Diese Art von Signalhunden wird auch darauf trainiert dem Betroffenen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, damit diese überhaupt den Schritt wagen wieder ihr Haus zu verlassen.

Egal um welche Art von Assistenzhund es sich handelt, so wird darauf geachtet dass der Hund tatsächlich dem Betroffenen individuell bei dessen Herausforderungen und Einschränkungen weiter helfen kann. Assistenzhunde können zusätzlich auch therapeutische Komponenten bzw. Aufgaben haben um zum Beispiel einer Person mit psychischer Erkrankung zusätzlich zur medikamentösen Behandlung eine Unterstützung zu sein, Verhaltensweisen und andere Hürden überwinden zu können.
Ob ein Hund sich gut benimmt oder nicht sagt nichts darüber aus ob dieser ein echter Assistenzhund ist. Allgemein sollte ein Assistenzhund im Normalfall ein gutes Benehmen sowie Gehorsamkeit aufweisen. Hunde sind jedoch ebenfalls Lebewesen wie du und ich, und können daher ebenfalls einen schlechten Tag oder zeit- bzw. fallbedingt selber ein Problem haben.

Echte Assistenzhunde können über drei Wege identifiziert werden. Assistenzhunde sind in Österreich durch den (1) Eintrag im Behindertenpass ihrer Begleitperson und durch ein (2) spezielles Logo am Brustgeschirr (Kenndecke) oder auf einem Dreiecks-Halstuch gekennzeichnet. Seit neuem gibt es auch (3) eigene Scheckkarten-Ausweise für den Hund selbst, da dies öft leichter und schneller umsetzbar ist, als die Änderung auf dem Behindertenpass durchführen zu lassen. Zusätzlich erhält das Team, Hund und Begleitperson, ein Zertifikat für das Bestehen der Assistenzhundeprüfung. Dieses wird jedoch niemals mitgenommen.



Warum gibt es Menschen mit Asistenzhunden, die scheinbar keine Behinderung haben? Die Antwort ist ganz simpel: Weil nicht jede Behinderung sichtbar ist!
Tatsächlich gibt es viele Behinderungen die nicht sichtbar sind, angefangen von Behinderungen innerer Organe, übergehend zu chronischen Erkrankungen wie Epilepsie, Diabetes und neurologischen Erkrankungen bishin zur Taubheit oder psychischen Erkrankungen.
Egal ob fertiger, zertifizierter oder noch in Ausbildung befindender Assistenzhund, lasse den Hund und dessen Besitzer in Ruhe. Der Assistenzhund ist kein Haustier oder Spielzeug, er hat sich auf seine Ausbildung und Arbeit zu konzentrieren. Er dient seinem Begleiter zum Beispiel wie eine Krücke, ein Rollstuhl, eine Armprothese oder wie ein Bluttzuckermäßgerät. Daher solltest du den Hund nicht anstarren, nicht rufen, zu locken versuchen, füttern, streicheln, ihn von seinem Begleiter trennen und auch sonst nichts machen, um diesen von seiner Arbeit abzuhalten. Auch den Besitzer solltest du nicht unnötig ansprechen oder ablenken. Bedenke, dass du auch nicht gerne zum Beispiel auf einen Rollstuhl angesprochen werden würdest, wenn du einen bräuchtest.

Du verhältst dich richtig, wenn du darauf achtest dem Assistenzhund und dessem Begleiter einen größeren Freiraum zu gewähren, wodurch diese ungehindert weiter zu ihrem Ziel vorranschreiten kann. Du solltest bei öffentlichen Verkehrsmitteln ihnen ein ungehindertes Ein- und Aussteigen ermöglichen, sowie den für sie gekenntzeichneten Platz (Bereiche für Kinderwagen, Rollstuhlfahrer sowie Sitzplätze die speziell für Behinderte und Schwangere gedacht sind) freilassen bzw. freigeben.

Solltest du wirklich helfen wollen, dann besuche unsere "Mithelfen" Seite um mehr darüber zu erfahren wie du helfen oder ehrenamtlich tätig werden kannst.
Um einen Assistenzhund haben zu können muss man auch auf diesen angewiesen sein.

Grundvoraussetzung ist ein Behindertenpass. Diesen erhält man ab einer 50 prozentigen Behinderung. Allgemeine Informationen über den Behindertenpass sowie darüber wie der Prozess mit der Beantragung eines solchen verläuft findest du auf HELP.gv.at. Möchtest du diesen tatsächlich beantragen so solltest du die Homepage des Sozialministeriumservice besuchen. Dabei sollte man beachten, dass es von der Antragstellung bis zum Bescheid schnell einmal sechs oder mehr Monate brauchen kann.
Die österreichische Prüf- und Koordinierungsstelle für Assistenzhunde am Messerli Forschungsinstitut legt dies wie folgend klar dar.


Damit ein Hund als Assistenzhund anerkannt wird, müssen folgende Voraussetzungen zutreffen:

1. Gesundheitliche Eignung
Diese wird durch eine umfassende tierärztliche Untersuchung nachgewiesen.

2. Wesensmäßige Eignung
Der Hund soll seiner Umwelt gegenüber ein neutrales und ein von dieser nicht beeinflussbares Verhalten zeigen.

3. Spezielle Ausbildung
Die Ausbildung des Hundes umfasst, neben dem grundsätzlichen Gehorsam, eine spezielle Ausbildung für spezifische Hilfeleistungen abhängig von dem zukünftigen Einsatzgebiet des Hundes.

4. Positiv abgeschlossene staatliche Beurteilung
Die Beurteilung von Assistenzhunden gliedert sich in zwei Beurteilungsverfahren. Zunächst erfolgt die Qualitätsbeurteilung, welche der Hund mit seinem/r AusbilderIn absolviert. In der Qualitätsbeurteilung werden die allgemeinen Anforderungen an das Sozial- und Umweltverhalten des Hundes, Grundgehorsam sowie die speziellen Hilfsleistungen beurteilt. Wurde die Qualitätsbeurteilung positiv abgeschlossen, so kann die Zusammenschulung des Hundes mit der betroffenen Person beziehungsweise dem Triaden-Team erfolgen. An die Zusammenschulung schließt sich die Teambeurteilung an, welche der Hund mit der betroffenen Person absolviert. Erst nach positiver Absolvierung der Teambeurteilung erfolgt die Anerkennung als Assistenzhund und nur dann kann der Hund in den Behindertenpass eingetragen werden. Durch diese Eintragung in den Behindertenpass erhält der betroffene Mensch für seinen Assistenzhund die in Rechtsvorschriften geregelten Zutrittsrechte zu öffentlichen Orten, Gebäuden und Dienstleistungen und Ausnahmen von der Leinen- und Maulkorbpflicht. Sowohl die Qualitäts- als auch die Teambeurteilung erfolgt durch die Prüf- und Koordinierungsstelle für Assistenzhunde am Messerli Forschungsinstitut, Veterinärmedizinische Universität Wien, durch eine Prüfungskommission bestehend aus einem/einer kynologischen Sachverständigen und einem/einer Sachverständigen für Assistenzhunde.
Im Normfall geschieht die Ausbildung wie im Bereich "Wie wird aus einem Hund ein Assistenzhund?" angegeben. Wenn es der behinderten Person möglich ist, kann diese auch die Hundeausbildung selber oder unter Anleitung einer Assistenzhundeschule durchführen.

Vorteile der Selbstausbildung:
Hierbei besteht ein klarer Vorteil im finanziellen Aspekt, da dies zwar trotzdem noch kostenspielig sein kann, jedoch noch immer günstiger ist als sich einen fertigen Assistenzhund anzuschaffen, wenn man nicht durch Sponsoren oder wohltätige Organisationen finanziell unterstützt wird. Ein weiterer großer Vorteil ist, das bei dieser Variante definitiv eine weitaus stärkere Beziehung zwischen Hund und Mensch besteht, als wenn der Hund fremd irgendwo ausgebildet und dann mit einem neuen Besitzer zusammengeworfen wird.

Vorteil der Fremdausbildung:
Der Hund ist bereits fertig ausgebildet und man muss nur noch an der Beziehung zwischen Hund und neuem Besitzer arbeiten.
Wenn der Hund fremdausgebildet wurde, wurde bereits die Qualitätsbeurteilung, mit seinem/r AusbilderIn absolviert. In der Qualitätsbeurteilung werden die allgemeinen Anforderungen an das Sozial- und Umweltverhalten des Hundes, Grundgehorsam sowie die speziellen Hilfsleistungen beurteilt. Es folgt für die betroffene Person, dann lediglich, nach einer Zeit der Zusammenschulung die Teambeurteilung.

Wenn der Hund durch Selbstausbildung trainiert wurde, erfolgt die Qualitäts- und die Teambeurteilung innerhalb eines Termines.

Sowohl die Qualitäts- als auch die Teambeurteilung erfolgt durch die Prüf- und Koordinierungsstelle für Assistenzhunde am Messerli Forschungsinstitut, Veterinärmedizinische Universität Wien, durch eine Prüfungskommission bestehend aus einem/einer kynologischen Sachverständigen und einem/einer Sachverständigen für Assistenzhunde.

Die Assistenzhundeprüfung erfolgt normalerweise im tagtäglichen Bewegungskreis der betroffenen Person. Dort wird dann im Rahmen eines "Spazierganges" vom Heim des Betroffenen oder einem gewählten Treffpunkt gestartet. Die Prüfungskommission achtet darauf dass aufgrund der Beziehung des Teams weder für Tier noch Mensch eine Gefahr besteht, sowie darauf ob der Hund seine Assistenzaufgaben bzw. -rolle ausführt. Nachdem sich die Prüfungskommission ein eindeutiges Bild des Teams verschaffen konnte, besprechen und beraten die Mitglieder der Prüfungskommission sich. Darauf folgt ein Gespräch mit der behinderten Person diesbezüglich in welchen Stellen möglicherweise ein Verbesserungspotenzial besteht sowie das Ergebnis der Prüfung. Bei Bestehen wird direkt ein Zertifikat ausgestellt und die Maße des Hundes aufgenommen, damit die offizielle Kenndecke in Auftrag gegeben werden kann. In dieser steht auf der Innenseite dann auch die Kennzahl und der Name des Assistenzhundes.
Nach positiver Absolvierung der Teambeurteilung erfolgt in Österreich die Anerkennung als Assistenzhund und nur dann kann der Hund in den Behindertenpass eingetragen werden. Durch diese Eintragung in den Behindertenpass erhält der betroffene Mensch für seinen Assistenzhund die in Rechtsvorschriften geregelten Zutrittsrechte zu öffentlichen Orten, Gebäuden und Dienstleistungen und Ausnahmen von der Leinen- und Maulkorbpflicht. Dadurch darf der Hund in jedes Geschäft, ebenfalls in Lebensmittelgeschäfte, fährt in öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos mit (auch in der Flugzeugkabine nach Absprache mit der Fluglinie) und muss weder mit einer Leine noch einem Maulkorb geführt werden.

Assistenzhundeführer dürfen nicht nach der Art ihrer oder Grund für ihre Behinderung gefragt werden. Geschäfte dürfen nur darum bitten einen Nachweis herzuzeigen, dass dies tatsächlich ein Assistenzhund ist.