Wir sind für dich da und helfen dir gerne wo wir können.

Lies die Kurzanleitung unten durch um zu erfahren wie du einen Assistenzhund erlangen kannst. Solltest du dann noch Fragen haben, die du nicht mit den angegeben Links lösen kannst oder weitere Hilfe brauchen, dann nutze bitte das Kontaktformular.

Um offiziell einen Assistenzhund bekommen zu können musst du gewisse Voraussetzungen erfüllen.

1) Du musst auf einen solchen angewiesen sein. Dies könnte dir ein Arzt oder Psychotherapeut bestätigen, diese Bestätigungen sind jedoch keine Voraussetzung. Wenn du einen Behindertenpass hast (welchen man ab 50%iger Behinderung erhalten kann) und du zumindest zwei bis drei Aufgaben weißt, mit denen er dir bei deiner Behinderung helfen kann, so ist diese Voraussetzung erfüllt. Wenn du schon einen Behindertenpass hast, ist dies von Vorteil. Wenn du noch keinen hast dann gehe jetzt auf die Homepage des Sozialministeriums, um mit dem Antrag für einen zu beginnen. Du erhältst dort alle Informationen über den Behindertenpass und wie die Beantragung abläuft. Beachte das diese Prozedur viel Zeit brauchen kann und von Antragstellung bis Bescheid schnell sechs oder mehr Monate vergehen können. Also verschwende keine Zeit sondern kümmere dich gleich darum.

2) Du musst in der Lage sein dem Hund geben zu können, was auch er braucht. Dazu gehört unteranderem: Liebe, Futter sowie Möglichkeiten sich Zuhause auch entspannen zu können. Vergiss nicht, Hunde sind Lebewesen. Sie haben auch Bedürfnisse, einen eigenen Charakter sowie gewisse Urinstinkte die nicht einfach abgeschalten werden können. Solltest du davor noch nie einen eigenen Hund gehabt haben, dann solltest du dich noch etwas schlauer darüber machen, was du alles für einen Hund zuhause haben solltest, was ein Hund braucht, wie man ihre Körpersprache verstehen kann und so weiter.
Fertiger Assistenzhund oder doch Eigenausbildung mit einer Assistenzhundeschule gemeinsam? Oder bist du ein Hundeprofi und bildest den Hund komplett alleine aus? Dazu solltest du dir wirklich Gedanken machen. Wir geben dir hierzu zwar ein paar Punkte zu bedenken, du musst jedoch dann deine Entscheidung treffen.

1) Wie wichtig ist dir die persönliche Beziehung zu deinem Assistenzhund? Meinst du ist es für dich besser den Hund von Anfang an zu haben, damit die Bindung stärker ist oder meinst du, du kannst schnell eine gute Bindung zu einem Hund aufbauen, den du das erste Mal siehst nachdem er bereits 1 bis 2 Jahre von jemand anderem erzogen wurde?

2) Wie sieht es finanziel aus? Kannst du dir einen fertigen Assistenzhund leisten? Kannst du dir die Ausbildung leisten? Welche Unterstützungen / Unterstützer kannst du erhalten und welche Möglichkeiten hast du dadurch?

3) Kannst du körperlich überhaupt den Hund mitausbilden? Als blinder Mensch wird man keine Selbstausbildung des Hundes durchführen können und daher auf einen fertigen Assistenzhund angewiesen sein, außer man hat jemanden in der Familie der sich um diese Aufgabe kümmern kann.

Diesen Punkt wirst du eventuell erst abschließen können, nachdem du dich ebenfalls mit dem Punkt 3 und 4 auseinander gesetzt hast.
Setze dich mit Ausbildungsstellen in Verbindung. Entweder mit Organisationen von welchen man fertige Assistenzhunde erhalten kann oder mit Hundeschulen welche mit dir den Hund zum Assistenzhund ausbilden können.

Gehe mit diesen wirklichins offene Gespräch und stekc mit diesen ab was deine Bedürfnisse und Möglichkeiten sind. Sie werden dir dann Informationen darüber geben wie diese Möglichkeiten mit ihnen aussehen. Vergiss nicht dir auch einen Kostenvoranschlag bzw. mögliche Selbstkostenvorrechnungen machen zu lassen. Diese brauchst du für deinen nächsten Schritt.
Kannst du dir den fertigen Assistenzhund bzw. dessen Ausbildung leisten?

Wenn du dir nicht sicher bist, dann wäre es gut die verschiedenen wohltätigen Organisationen zu kontaktieren und um Unterstützung zu bittest.

Hier ein paar Vorschläge:

- Beim Sozialministerium kann ein Antrag auf Unterstützung zur Finanzierung eines Assistenzhundes ausgefüllt werden. Vorsicht: Dieser ist jedoch nur möglich, wenn du dir deren Zusage holst, bevor du mit dem Projekt begonnen hast. Also bevor du irgendetwas unterschrieben oder bereits bezahlt hast! Mehr Informationen zu diesem Antrag findest du auf der Seite "Mobilitätsförderungen" des Sozialministeriumservice.

- Lions Club: Diese Organisation nimmt sich gerne wohltätiger Projekte in ihrem Gebiet an. Besuche ihre Homepage, schaue nach welcher Club dir am nähsten ist und kontaktiere diesen. Vielleicht ist ihr nächstes Projekt dann dein Assistenzhund.

- CARE Österreich

- Rotes Kreuz Österreich

- Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich

- Hilfswerk Österreich

- Österreichisches Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte

- Aktion Mensch e.V. Deutschland

- Lebenshilfe Deutschland

- usw.

Suche auch selber nach weiteren Organisationen. Es gibt auch Organisationen die sich auf Assistenzhunde spezialisiert haben. Wenn du eine gute Organisation findest, die gerne bei solchen Projekten hilft, dann gib uns Bescheid, damit wir sie in unsere List mit aufnehmen.
Wenn du alles organisiert hast kann es mit der Ausbildung losgehen. Beginne die Ausbildung bzw. warte bis du mit der Zusammenschulung startest.

Mache bitte nicht den Fehler, den viele machen und danach sehr bereuen: "Was der Trainer sagt hört sich seltsam an, ich weiß besser wie ich das mache." Dieser Gedanke ist zwar manchmal sehr verständlich wird dich jedoch nur von deinem Ziel entfernen und die Sache komplizierter, langwieriger und anstrengender machen. Höre darauf was dir diese Experten mit langjähriger Erfahrung sagen. Auch wenn du selber davor Hunde als Haustiere hattest, höre auf die Trainer, denn ein Hund als Haustier oder als Assistenzhund zu haben ist etwas komplett anderes und dementsprechend muss der Hund auch anders erzogen werden.
Wenn der Hund fremdausgebildet wurde, wurde bereits die Qualitätsbeurteilung, mit seinem/r AusbilderIn absolviert. In der Qualitätsbeurteilung werden die allgemeinen Anforderungen an das Sozial- und Umweltverhalten des Hundes, Grundgehorsam sowie die speziellen Hilfsleistungen beurteilt. Es folgt für die betroffene Person, dann lediglich, nach einer Zeit der Zusammenschulung, die Teambeurteilung.

Wenn der Hund durch Selbstausbildung trainiert wurde, erfolgt die Qualitäts- und die Teambeurteilung innerhalb eines Termines.

Sowohl die Qualitäts- als auch die Teambeurteilung erfolgt durch die Prüf- und Koordinierungsstelle für Assistenzhunde am Messerli Forschungsinstitut, Veterinärmedizinische Universität Wien, durch eine Prüfungskommission bestehend aus einem/einer kynologischen Sachverständigen und einem/einer Sachverständigen für Assistenzhunde.

Die Assistenzhundeprüfung erfolgt normalerweise im tagtäglichen Bewegungskreis der betroffenen Person. Dort wird dann im Rahmen eines "Spazierganges" vom Heim des Betroffenen oder einem gewählten Treffpunkt gestartet. Die Prüfungskommission achtet darauf dass aufgrund der Beziehung des Teams weder für Tier noch Mensch eine Gefahr besteht, sowie darauf ob der Hund seine Assistenzaufgaben bzw. -rolle ausführt. Nachdem sich die Prüfungskommission ein eindeutiges Bild des Teams verschaffen konnte, besprechen und beraten die Mitglieder der Prüfungskommission sich. Darauf folgt ein Gespräch mit der behinderten Person diesbezüglich in welchen Stellen möglicherweise ein Verbesserungspotenzial besteht sowie das Ergebnis der Prüfung. Bei Bestehen wird direkt ein Zertifikat ausgestellt und der Hund ist ein offizieller Assistenzhund.
Wenn ihr bestanden habt werden die Maße des Hundes aufgenommen, damit die offizielle Kenndecke in Auftrag gegeben werden kann. In dieser steht auf der Innenseite dann auch die Kennzahl und der Name des Assistenzhundes. Außerdem solltest du dann den Zusatzeintrag "Assistenzhund" auf deinem Behindertenpass beim Sozialministeriumservice beantragen. Dies wird dir helfen tatsächlich alle deine Rechte in Anspruch zu nehmen.
Nutze deinen Assistenzhund um dein Leben zu erleichtern bzw. zu verbessern. Denke aber auch daran weiterhin deinen Hund zu trainieren sowie auch an sein Wohl zu denken. Halte dich auch weiterhin an die Anweisungen der Hundetrainer, da der Hund sonst sein Verhalten für dich negativ ändern könnte und das willst du sicher nicht.

Trage mit deinem Verhalten und durch dir weitere Möglichkeiten dazu bei, dass die Menschen rund um dich den Sinn und Zweck von Assistenzhunden verstehn lernen. Dann wird das Leben für dich und für andere denen es ähnlich geht leichter, denn Wissen kann Intoleranz und Unverständniss bezwingen.